Prof. Dr. E. Ganßauge zu Quarks
Prof. Dr. E. Ganßauge:
Kommentar zu der Sendung „Quarks & Co“ am 19.6.2007 (WDR)
Thema: „Krank durch Handy-Strahlung“, Moderation : Ranga Yogeshwar
„Quarks & Co“ hat um 21 Uhr eine gute Sendezeit, und man kann von einer beachtlichen Hörer-Quote ausgehen. Äußerst geschickte Regie der Sendung muss dem Moderator Ranga Yogeshwar zugestanden werden. Für den kritischen Betrachter allerdings war der Hintergrund der beabsichtigten Verharmlosung unübersehbar. Welcher Netzbetreiber hat gesponsert oder den Sendeplatz „gekauft“? Diese Frage liegt sehr nahe! Man beachte den letzten Absatz des Kommentars zur Sendung!
Die Hunderte und Aberhunderte von Bürgerinitiativen in Deutschland üben offenbar inzwischen einen solchen Druck auf die Netzbetreiber aus, dass diese sich genötigt sehen, nach „Oberammergau“ mit Hilfe des Mediums WDR eine solche Sendung folgen zu lassen.
Zunächst wurden die 60.000 Basisstationen in Deutschland erwähnt sowie die unter Gesundheitsstörungen leidende Bürgerschaft des Landes.
Die Fülle der zum Thema erstellten wissenschaftlichen Studien und Appelle hatte man über den Fußboden des Studios verstreut. Metaphorisch gesehen kein guter Show-Effekt, denn auf dem Boden pflegt man i. a. herumzutreten.
Es folgte der Hinweis auf das Datennetz der Bundesnetzagentur, aus dem jeder Bürger die lückenlose Transparenz dessen ersehen könne, was ihn an Strahlung umgebe. Ein Hinweis darauf fehlte, dass abertausende von Antennen auf den Flachdächern unserer Städte verankert sind, die inzwischen wie Riesen-Drahtbürsten den Horizont bestimmen, und bei der BnetzA nicht gemeldet werden müssen. Die scharfe Kritik (Prof. Cherry ,verstorben 2005) an dem ICNIRP- Unternehmen, welches die Grenzwerte bestimmt, wurde genauso verschwiegen wie der Unterschied zwischen longitudinalen und transversalen Messmöglichkeiten. Dass das so genannte Antennenrauschen ein bedeutungsloses Rand-Phänomen sei, ist ein fataler Trugschluss.
Man sollte bei diesem Thema unbedingt erwähnen, dass die Bundesrepublik Deutschland keinerlei eigene Liegenschaften den Netzbetreibern zur Verfügung stellt, da sie von Anfang an übersehen und bedacht hat, welch gewaltige Regressforderungen auf sie zukommen werden , denn die Netzbetreiber sind von keinem Versicherungsunternehmen akzeptiert worden.
Wie harmlos die Strahlenbelastung tatsächlich sei, wurde hervorgehoben durch den Vergleich der Schweizer mit den Deutschen Grenzwerten, nämlich 0.04 W/qm zu 4.5 W/qm (im D-Netz). Selbstverständlich habe man sorgfältige Studien zu diesen Unterschieden durchgeführt und bei deren Auswertung keinerlei die Gesundheit beeinflussende Höherbelastung der Deutschen Bevölkerung festgestellt.
Der Leser dieses Kommentars möge der Wahrheitssuche unter folgender Adresse nachgehen: „Wieso unsere Grenzwerte den Bürger nicht schützen“ <www. diagnose –funk.ch>.
Unbedeutende Versuche unbedeutender Unternehmen wurden im Bild dokumentiert mit dem deutlichen Ziel der schon erwähnten Verharmlosung, dargestellt von einem Moderator, der es versteht, sich als unanfechtbarer Spezialist zu präsentieren.
Ranga Yogeshwar ist Diplom- Physiker, der als solcher mit einer Arbeit über „Experimentelle Elementarteilchen- und Astrophysik“ aus der Aachener Schule hervorgegangen ist.
Als Forscher ist er nie tätig gewesen, vielmehr sofort im Wissenschaftsjournalismus untergetaucht. Er hat sich selbst beim WDR als Wissenschaftsjournalist eingeordnet mit dem O-Ton, ein solcher sei „irgendwo angesiedelt zwischen Verona Feldbusch und Standortfaktoren des subterranen Habitat sambischer Riesengraumullas (sympathischer Humor!). Sein Sponsor: Deutsche Telecom-Stiftung, Forschungszentrum Jülich.!!!
Unter dieser beachtenswerten Prämisse zurück zur Sendung:
Das Magazin „Zeitwissen“ 2006 wurde neben einem Typ Yellow-Press- Artikel vorgestellt. Die Gelegenheit, dabei den Direktor des Max Plank Institutes Potsdam zu diskriminieren, ist der Regie ebenfalls gelungen mit dem Eindruck, als habe der Wissenschaftler Antonietti seine Aussagen widerrufen. 10.000 wissenschaftliche Arbeiten (lt. „ Zeitwissen“) wurden unter der Hand mitdiskriminiert. Nicht eine einzige bedeutsame Veröffentlichung wurde erwähnt (zB. Benevento-Resolution 2006, Bamberger Appell, dem etliche weitere Ärzteappelle der BRD folgten, UMTS-Studie/ Holland, Hutter/ Kundi Österreich, Ecologstudie 2000, Paracelsus-forschung Salzburg 2007 usw. usw.) Alles im Internet erfahrbar.!
Die Sendung ist also genauso zu bewerten wie der Spiegel- Artikel von Manfred Dworschak vom 30.4.07, zu dem der Kommentar mit dem Titel “Journalismus im Dienst der Herrschenden „ unter www. kompetenzinitiative.de nachzulesen ist.
Zur Vervollständigung des Kommentars: Am 16. Oktober 2006 feierten die Initiatoren das 10jährige Bestehen des Vereins „Schulen ans Netz e.V.“ mit einem offiziellen Festakt in der Hauptstadt –Repräsentanz der Deutschen Telecom AG in Berlin. Außer Bundesministerin Dr. Annette Schavan sprach dort der Vorsitzende der Deutschen Telecom AG, Kai-Uwe Ricke. Gefeiert wurde, dass inzwischen 75% aller Schulen einen Breitband-Internet-Zugang haben.
Hoffen wir ,dass hier nicht die Geburt einer Tragödie gefeiert wurde, wie sie Prof. Dr.Schöndorf ,FH Frankfurt a.M. ,den Netzbetreibern prognostiziert hat !
Moderator des Festaktes, nota bene: Ranga Yogeshwar.